DGUV Regel 109-003 — Was Betriebe bei Kühlschmierstoffen dokumentieren müssen
Die DGUV Regel 109-003 konkretisiert die Anforderungen an Prüfplan, Maschinenkartei und Eskalationsprotokoll für Betriebe mit wassergemischten KSS.
1. Was ist die DGUV Regel 109-003 (früher BGR 143)?
Die DGUV Regel 109-003 «Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen» (früher bekannt als BGR 143) ist eine berufsgenossenschaftliche Regel, die konkrete Handlungsanleitungen für den sicheren Umgang mit wassergemischten KSS enthält. Sie ergänzt die staatliche TRGS 611 und beschreibt, wie die darin geforderte Dokumentation in der betrieblichen Praxis umgesetzt werden soll.
2. BGR 143 heute: Was steht in der DGUV Regel 109-003?
Wer heute nach „BGR 143“ sucht, landet bei der DGUV Regel 109-003: Die frühere BG-Regel (BGR) trägt seit der Umstellung des DGUV-Regelwerks auf die einheitliche Nummerierung die Nummer 109-003. Das Thema ist dasselbe geblieben: Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen. Wenn in Betriebsanweisungen, Prüfplänen oder Gefährdungsbeurteilungen noch „BGR 143“ steht, ist damit diese Regel gemeint — der Verweis sollte bei der nächsten Überarbeitung auf die aktuelle Bezeichnung umgestellt werden.
Inhaltlich behandelt die Regel unter anderem:
- Regelungen nach Gefahrstoffverordnung und TRGS — zum Beispiel die Vorgabe, dass wassermischbare und wassergemischte KSS der TRGS 611 entsprechen müssen
- Maßstäbe zur Beurteilung der inhalativen Exposition: Für wassergemischte KSS bei der Metallbearbeitung nennt die Regel einen Expositionsbegrenzungswert von 8 mg/m³ (Summe aus Kühlschmierstoffdampf und -aerosol)
- Gefährdungsbeurteilung, auch nach Biostoffverordnung: Nur wassergemischte KSS werden durch ihren Wasseranteil von Mikroorganismen besiedelt und fallen darunter
Die vollständige Regel mit allen Anforderungen und Ausnahmen bleibt maßgeblich; sie wird von der DGUV herausgegeben und ist über die DGUV oder den zuständigen Unfallversicherungsträger zu beziehen. Diese Seite fasst zusammen, was in der Praxis zu dokumentieren ist, und ersetzt den Regeltext nicht.
3. Für welche Betriebe gilt die Regel?
Die DGUV 109-003 gilt für alle Betriebe, in denen Mitarbeiter regelmäßig Kontakt mit wassergemischten KSS haben — also alle spanenden Fertigungsbetriebe, CNC-Lohnfertiger, Schleifereien und metallverarbeitende Handwerksbetriebe.
4. Der schriftliche Prüfplan: Was muss er enthalten?
Die DGUV 109-003 fordert einen schriftlichen Prüfplan, der mindestens enthält:
- Liste aller zu überwachenden Maschinen mit KSS-Typ
- Mess- und Prüfintervalle für jeden Parameter
- Grenzwerte und Warnschwellen pro Maschine
- Zuständige Personen für Messung und Auswertung
- Verfahren bei Grenzwertüberschreitungen
5. Maschinenkartei: Pflichtinhalte und Aufbewahrungsfristen
Für jede Maschine ist eine Maschinenkartei zu führen mit:
- Maschinenkennung und Aufstellungsort
- KSS-Typ und Konzentratprodukt
- Soll-Konzentration und Grenzwerte
- Vollständige Messhistorie
- Datum und Protokoll aller Wechsel
Die Aufbewahrungsfrist beträgt in der Regel mindestens 5 Jahre nach dem letzten Eintrag.
6. Eskalationsprotokoll: Was tun wenn Grenzwerte überschritten werden?
Die DGUV 109-003 fordert, dass Grenzwertüberschreitungen dokumentiert und mit eingeleiteten Maßnahmen verknüpft werden. Das Eskalationsprotokoll enthält:
- Datum und Messwert der Überschreitung
- Benachrichtigte Personen
- Eingeleitete Maßnahme (z.B. Korrektion, Wechsel)
- Datum der Nachkontrolle
7. DGUV 109-003 und TRGS 611 im Zusammenspiel
Beide Regelwerke ergänzen sich: Die TRGS 611 definiert staatliche Mindestpflichten, die DGUV 109-003 konkretisiert die berufsgenossenschaftlichen Erwartungen. Wer die DGUV 109-003 vollständig einhält, erfüllt in der Regel auch die TRGS 611-Anforderungen.
8. Wie KSSManager die DGUV 109-003-Anforderungen abbildet
KSSManager wurde mit den Anforderungen der DGUV 109-003 entwickelt: Die digitale Maschinenkartei, der automatisch generierte Prüfplan und das integrierte Eskalationsprotokoll erzeugen die Dokumente für Prüfplan und Messprotokoll — exportierbar als PDF für BG-Revisionen.
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